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Deckenpapiere: Kraftliner

Kraftliner ist ein hochwertiger Rohstoff für die Wellpappenerzeugung. Dieses Papier hat den Siegeszug der Wellpappe erst möglich gemacht, denn mit der Nutzung von Kraftliner konnte die Wellpappenverpackung mit der Holzkiste und der Verpackung aus Vollpappe erfolgreich konkurrieren. Eine Verpackung aus Wellpappe, bei der Außen- und Innendecke aus Kraftliner bestehen, ist eine besonders widerstandsfähige Transportverpackung, denn Kraftliner hat hohe Festigkeitswerte. Eine Deckenbahn aus Kraftliner bietet besonders guten Schutz gegen Einreißen, Stauchen und Bersten.

 

Sulfatverfahren

In Deutschland eingesetzter Kraftliner wird ausschließlich aus dem Ausland importiert. Dem Kraftliner kann heute ein geringer Anteil von Recyclingfasern beigemischt werden. Kraftliner wurde früher Natronkraftpapier genannt. Dieser Name stammt noch aus der Zeit, in der das Material im sogenannten Natronverfahren vor allem in Skandinavien hergestellt wurde. Heute arbeitet man nach dem Sulfatverfahren. Nach diesem Verfahren wird auch das Ausgangsprodukt benannt, aus dem Kraftliner gearbeitet wird. Ein Vorteil des Sulfatverfahrens ist gerade das schonende Aufschließen des Holzes zu Zellstoff, bei dem die Fasern unbeschädigt bleiben. Diesem schonenden Verfahren verdankt der Kraftliner seine Festigkeit.

 

Wird Kraftliner gebleicht, führt diese chemische Behandlung zu einer stärkeren Beanspruchung der Fasern. Gebleichter Kraftliner ist daher weniger fest als naturbrauner.

 

Eigenschaften

Kraftliner kann auch in verschiedenen Farben eingefärbt werden. Marmorierter/geflammter Kraftliner wird üblicherweise mit Hilfe eines zweiten Stoffauflaufs hergestellt, durch den er eine sehr dünne, gebleichte Oberschicht erhält.

 

Kraftliner zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

1. hoher Ringstauchwiderstand/Streifenstauchwiderstand (RCT/SCT)

2. hohe Berstfestigkeit

3. hohe Weiterreißfestigkeit,

4. weitgehend geschlossene Oberfläche,

5. möglichst raue Unterseite.

 

Von größter Bedeutung für die Stapelfestigkeit der Wellkisten ist der Ringstauchwiderstand/Streifenstauchwiderstand der Liner. Die Berstfestigkeit ist ein wichtiges Gütemerkmal für Papiere und die daraus hergestellte Wellpappe. Die Außenwände der Wellkisten müssen gegen Einreißen und Weiterreißen so unempfindlich wie möglich sein.

 

Die weitgehend geschlossene Oberfläche des Kraftliners ermöglicht ein gutes Verarbeiten und eignet sich hervorragend zum Bedrucken. Sie darf aber nicht so glatt sein, dass gestapelte Wellkisten auf dem Transport ins Rutschen geraten. Die raue Unterseite des Kraftliners begünstigt die Verklebung der Wellenbahn mit den Deckenbahnen.

 

In der deutschen Wellpappenindustrie wird Kraftliner mit Flächengewichten zwischen 100 g/m² und 440 g/m² verarbeitet.

 

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